Samstag, 15. September 2012

...

Irgendwann hat sie aufgehört, wegzulaufen. Jetzt begrüßen sie sich wie alte Bekannte. Sie hört geduldig zu, was die Frage zu sagen hat. Den Kopf leicht zur Seite geneigt, in sich hineinhorchend. Nur ihr gegenüber erlaubt sie sich, den Schutz aufzugeben und unverstellten Blicks auf die Wahrheit zu schauen. Das Gespräch findet tief im Inneren statt, einen anderen Ort gibt es nicht für eine solche Schutzlosigkeit. In der Außenwelt würde sie zusammenbrechen, aber hier, in der Dunkelheit des eigenen Seins, gibt es genug Hände, die sie halten.
 Sie wird keine Antwort finden, das hat sie gelernt. Einfache Antworten sind nicht die Sache von schweren Fragen. Aber sie kann zuhören, sich mit den einzelnen Wörtern auseinandersetzen, dem Fragezeichen nachspüren. Sie kann der Antwort nach und nach ein bisschen von ihrem Schrecken nehmen, bis sie sich auch draußen mit ihr auseinandersetzen kann. Dann ist reden möglich.

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