Donnerstag, 20. Oktober 2011

Erwachen

Nebel senkt sich über die Stadt, Feuchtigkeit kriecht die Straßen hinauf, setzt sich auf Bäume, Häuser und Menschen.
Der Herbst reckt sich gähnend und breitet die Arme aus über die Welt, die er für einige Wochen fest umschlungen halten wird. Auch wenn ihn eine herzliche Freundschaft mit der Sonne verbindet, gibt es immer wieder Momente, in denen er die Unterhaltung des Regens und des Nebels vorzieht. Gemütlich in dicke Wolkendecken gekuschelt, schickt er wohlig ein paar wilde Windstöße ins Land.
Die Blätter hören sein Rufen, lang schon haben sie ihr Sommerkleid abgelegt und sich für den Herbsttanz die buntesten Farben übergeworfen. Ungeduldig erwarten sie ihren stürmischen Tanzpartner und als es endlich so weit ist, werfen sie sich rückhaltlos und voller Übermut in die luftigen Wogen.

Namenlos

Sie ruft seinen Namen.
Ihre Stimme durchdringt Wände, überwindet die Grenzen von Zeit und Raum. Nur ihn erreicht sie nicht. Ist ihm sein Name durch zu viele Wiederholungen so vertraut geworden, dass er ihn nicht mehr erkennt?
Sie ruft seinen Namen.
Mehr Worte findet sie nicht. Doch sie sucht auch nicht mehr danach. In seinem Namen ist alles, was sie sagen will.
Sie ruft seinen Namen, von Ewigkeit zu Ewigkeit, in alle Winde, in jeden Regentropfen.
Er hört sie nicht.
Hört nicht den Wind, nicht den Regen.
Hört nicht das traurig-schöne Lied, das sein Name singt.

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