Dienstag, 6. September 2011

Zeitversetzt

Am Tag zuvor hatte die Zeit noch an ihrer Seite gestanden, aber als sie am Morgen die Augen aufschlug, war sie nicht mehr bei ihr. Die Gardinen wehten durch das offene Fenster und als sie hinausschaute, sah sie die Zeit, die ihr aus weiter Ferne traurig zulächelte.
Sie wollte aufstehen und zu ihr laufen, aber ihr Körper gehorchte nur schwerfällig. Erschrocken blickte sie auf ihre Hände, die auf der schweren Bettdecke lagen. Hände voller Falten, die Hände einer alten Frau. Als sie wieder aufblickte, war die Zeit verschwunden.

Farbenspiel

Der Regenbogen hat seine Farbe verloren, er wirkt eckig und grau. Er kann die Sonne nicht mehr sehen, vielleicht hat er den Glauben an sie verloren.
Aber was wird aus der Welt, wenn der Regenbogen sie verlässt? Verlieren als nächstes die Blumen ihre Farben, die Schmetterlinge ihre Flügel? Wird die Luft ihren Geschmack einbüßen, das Wasser seine Nässe?
Werden wir die Augen schließen und aus unserer Erinnerung tilgen, was war und was sein könnte?

Stilles Einverständnis

Leise tritt die Frage neben mich, berührt mich sanft am Arm. Schweigend stehen wir nebeneinander, Worte sind unnötig. Ich weiß, dass sie nicht wieder gehen wird, bevor ich nicht den Blick hebe und in ihren Augen die Antwort lese, der ich mich seit Langem verweigere.

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